Fachkräftesicherung mit beruflicher Anerkennung: Zwei Unternehmen erzählen

Der handwerkliche Familienbetrieb GEBRÜDER PETERS Gebäudetechnik GmbH aus Ingolstadt sucht immer wieder qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Elektro-, Sanitär-, Heizungs- und Kältetechnik sowie Schlosserei und Stahlbau – allesamt Fachgebiete, die stark nachgefragt werden und in denen Fachkräfte rar sind.

Auch der Firma Thomas Wissing e.Kfm. ist die Situation gut bekannt. Das neunköpfige Maschinenbauunternehmen aus der Pfalz ist auf Kälte- und Klimatechnik spezialisiert; auf diesem Gebiet qualifiziertes Personal zu finden, gleicht mitunter der Quadratur des Kreises. Beide Unternehmen haben sich daher entschieden, neue Wege zu gehen und gezielt ausländische Fachkräfte beziehungsweise Fachkräfte mit ausländischen Qualifikationen anzuwerben.

„So sind wir unabhängiger vom deutschen Arbeitsmarkt und sind zugleich gut für die Zukunft aufgestellt, denn eine bunte Belegschaft fördert und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.“
Thomas Wissing e.Kfm.

„Der interkulturelle Austausch tut unserem Betrieb gut. Außerdem sehen wir es als unsere gesellschaftliche Aufgabe, die Integration durch Arbeit zu fördern.“
GEBRÜDER PETERS Gebäudetechnik GmbH

Beide Unternehmen unterstützen die Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland beziehungsweise diejenigen mit ausländischen Abschlüssen auf vielfältige Weise bei der Anerkennung ihrer Qualifikationen:

  • Unterstützung beim Zusammenstellen der Antragsunterlagen
  • Behördenkorrespondenz und Terminbegleitung
  • Kostenübernahme
  • innerbetriebliche Anpassungsqualifizierungen zur Erlangung der vollen Gleichwertigkeit

Damit die neuen Kolleginnen und Kollegen in ihrer neuen Heimat schnell und gut Fuß fassen können, bietet die GEBRÜDER PETERS Gebäudetechnik GmbH außerdem:

  • Unterricht in der deutschen Fachsprache (Handwerk und Industrie)
  • Unterkünfte aufgrund des geringen Wohnungsangebotes in Ingolstadt
  • Übernahme von Kita-Gebühren, finanzielle Unterstützung bei der Geburtshilfe sowie bei Hochzeiten etc.

„Wir haben die Anerkennung gut in unsere betrieblichen Prozesse integriert. Gerne geben wir unser Wissen weiter und unterstützen vor allem kleine und mittlere (Handwerks-)betriebe zum Beispiel bei Anpassungsqualifizierungen.“
GEBRÜDER PETERS Gebäudetechnik GmbH


Foto: Nermin Avdic (links) hat in Bosnien-Herzegowina Anlagenmechanik gelernt. Heute arbeitet er bei GEBRÜDER PETERS Gebäudetechnik. Bei seiner Berufsanerkennung stand ihm Gülenay Ekici-Ucar (rechts) mit Rat und Tat zur Seite.

 

 

Neue Wege gehen: Fachkräftesicherung durch berufliche Anerkennung

„Zurzeit sind wir 45 Mitarbeiter, wir waren aber auch schon mehr. Ich habe die Befürchtung, dass sich das durch den Fachkräftemangel weiter reduzieren wird. Beim Selbstausbilden ist ja das Problem zurzeit, dass sich wenige finden. Man muss also umso mehr daran arbeiten, dass wir gerade aus dem Ausland Mitarbeiter finden, die wir hier integrieren und die dann hier bei uns Fußfassen“, erzählt Bernd Weggen, Geschäftsführer bei Fischer & Weggen GmbH.

Ähnlich wie dem Berliner Handwerksbetrieb geht es vielen Unternehmen in Deutschland: Die Suche nach Fachkräften gestaltet sich laut eigenen Aussagen für gut die Hälfte der deutschen Unternehmen schwierig. Auf der anderen Seite arbeiten Fachkräfte mit ausländischen Berufsabschlüssen oftmals unterhalb ihrer Qualifikation. Würde ihr Abschluss anerkannt, so könnten sie als qualifizierte Fachkräfte eingesetzt werden: Viele der im Ausland erworbenen Abschlüsse sind nämlich mit den deutschen vergleichbar. Ein berufliches Anerkennungsverfahren schafft Klarheit über die jeweiligen Qualifikationen und hilft, eventuelle Lücken zu schließen.

Mit ausländischen Fachkraeften gewinnen

Wie genau das geht, wer Ihnen dabei zur Seite steht und wie andere Betriebe die berufliche Anerkennung als Instrument der Fachkräftesicherung nutzen, zeigt Ihnen in unsere Social-Media-Reihe »Neue Wege gehen: Fachkräftesicherung durch berufliche Anerkennung«:

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