Mitarbeiterbindung durch berufliche Anerkennung: Zwei Unternehmen berichten

Fähige und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, ist nicht immer einfach. Oft kann sich die Personalsuche über Monate hinziehen und verursacht nicht nur hohen Aufwand, sondern häufig auch immense Kosten. Umso wichtiger ist es für viele Betriebe, ihre „Leute“ langfristig an sich zu binden. Der Schlüssel hierzu besteht in einer hohen Arbeitszufriedenheit – und genau hier leistet die Berufsanerkennung einen wichtigen Beitrag!

Das haben auch die Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken erkannt. Der Klinikverbund hat ein eigenes Konzept für die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland entwickelt, das auf langfristige Zusammenarbeit zielt. Eine zentrale Rolle dabei spielen die betrieblichen Integrationsbeauftragten. Als Mentorinnen und Mentoren stehen sie den interessierten Kandidatinnen und Kandidaten von der Ansprache über die Bewerbungs- und Ankerkennungsphase bis zur Einstellung als Fachkraft mit Rat und Tat zur Seite:

  • Sie informieren über den Anerkennungsprozess,
  • prüfen die notwendigen Antragsunterlagen und
  • unterstützen bei der Antragstellung aus dem Ausland.

Neben der personellen Begleitung unterstützt der Klinikverbund die ausländischen Fachkräfte, indem er:

  • die Übersetzungskosten für die einzureichenden Unterlagen und
  • die Anerkennungsgebühren übernimmt sowie
  • Sprachkurse fördert.

„Mit unserem Rekrutierungsansatz gewinnen wir zufriedene und gut ausgebildete Fachkräfte, die lange in unserem Unternehmen bleiben.“
Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken gGmbH

Dass das Konzept der Mentorinnen und Mentoren auch in kleineren Betrieben funktioniert, zeigt das Autohaus Gödde aus dem nordrhein-westfälischen Schmallenberg. Im April 2016 hatte der Familienbetrieb einen jungen Mann aus Syrien als Praktikanten eingestellt. Schon nach kurzer Zeit überzeugte der gelernte KFZ-Mechaniker das Autohaus und wurde zunächst befristet und kurz darauf unbefristet auf Helferniveau eingestellt.

Um ihn als qualifizierte Fachkraft beschäftigen und seine beruflichen Chancen zu erhöhen, entschied sich die Firma Gödde die berufliche Anerkennung des neuen Kollegen zu unterstützen – und der ganze Betrieb zieht mit:

  • Zwei bis drei Kollegen stehen dem jungen Mann stets mit Rat und Tat bei der Antragstellung sowie bei Korrespondenzen, Behördengängen und Terminen zur Seite.
  • Sie haben ihm bei der Wohnungssuche geholfen und auf dem Weg zum Führerschein.
  • Ein Kollege aus der Werkstatt hat den jungen Mann quasi „adoptiert“:
    Er zeigt ihm alles und lehrt in so zugleich die Fachsprache.

„Wir haben einen hochengagierten, loyalen Mitarbeiter gewonnen, den wir auf dem normalen Weg nie gefunden hätten.“
Autohaus Gödde GmbH

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